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Bruttosatzung und Dimensionierung von Solaranlagen – was ist wissenswert?

Zum 1. Januar 2024 wurde die bisherige Nettoabrechnung für neu installierte Solaranlagen schrittweise abgeschafft und durch eine Bruttoabrechnung ersetzt. Dies ist eine bedeutende Änderung, da die Abrechnungsmethode im Stromnetz Einfluss darauf hat, wie groß eine Solaranlage sein sollte und wie die erzeugte Energie am effizientesten genutzt werden kann.


Saldo vs. Bruttoabrechnung – Was ist der Unterschied?

Die Netzabrechnung (auch bekannt als Netzeinspeisung) ermöglichte es der Solaranlage, das Stromnetz als eine Art Energiespeicher zu nutzen. Der von der Anlage erzeugte Überschussstrom, beispielsweise im Sommer, wurde ins Netz eingespeist und die gleiche Menge später, beispielsweise im Winter oder nachts, wieder entnommen.

Die Abrechnung erfolgte jährlich: Am Jahresende addierte der Stromversorger die eingespeiste und die entnommene Energie und verrechnete die Differenz. Deckten die Solaranlagen den Jahresverbrauch, konnte die Stromrechnung sogar null betragen. Dieses System war für die Verbraucher vorteilhaft, da sich die Überschussproduktion im Sommer und der Verbrauch im Winter ausglichen. Für die Netzbetreiber war es hingegen weniger rentabel, da die Systemnutzungsgebühren und sonstige Kosten in diesem Fall minimal waren.

Im Gegensatz dazu werden bei der Bruttoabrechnung eingespeiste und entnommene Energie getrennt behandelt und bepreist. Der Stromversorger kauft die erzeugte, aber nicht sofort verbrauchte Energie zu einem Festpreis – derzeit etwa 5 HUF/kWh –, während für aus dem Netz bezogenen Strom der volle Preis zu entrichten ist. Dieser liegt im Durchschnitt bei etwa 36 HUF/kWh für den privaten Verbrauch und kann in Spitzenzeiten bis zu 70 HUF/kWh betragen.

Die Rechnung weist die eingespeisten und die zugekauften Mengen in getrennten Zeilen aus, und die Gutschrift ist deutlich geringer als der zu zahlende Betrag. Obwohl die Anlage also jährlich genauso viel Energie produziert, wie das Haus verbraucht, beträgt die Rechnung nicht null – es besteht ein erheblicher Unterschied zwischen dem Wert des eingespeisten und des zurückgekauften Stroms.

Zusammenfassend:

  • Das Bilanzsystem sah einen jährlichen Ausgleich vor und glich praktisch die Differenz zwischen Produktion und Verbrauch aus.
  • Das Bruttosystem behandelt Produktion und Verbrauch getrennt, es findet kein Ausgleich statt – dies bringt grundlegend neue gestalterische und wirtschaftliche Aspekte für Solaranlagen mit sich.

Welchen Einfluss hat die Bruttoabrechnung auf die Systemdimensionierung?

Mit der Einführung der Bruttoabrechnung muss die optimale Größe einer Solaranlage neu überdacht werden. Bisher galt in der Bilanzperiode der Grundsatz, dass die jährliche Produktion der Anlage den gesamten Jahresverbrauch des Haushalts decken sollte – so konnte die Gewinnschwelle erreicht werden. Verbrauchte ein Haushalt beispielsweise 5.000 kWh pro Jahr, reichte eine Solaranlage mit einer Leistung von ca. 5 kW (und einer Jahresproduktion von ca. 5.000–5.500 kWh) aus, um die Stromrechnung auszugleichen. Mit der Bruttoabrechnung kann eine so große Anlage jedoch bereits als wirtschaftlich überdimensioniert gelten, da sie im Sommer erhebliche Mengen an Strom ins Netz einspeist, für die sie nur eine geringe Vergütung erhält.

Ein Einfamilienhaus mit einer auf dem Dach installierten Solaranlage. Aufgrund der Bruttoabrechnung ist es nun wichtiger, den im Haus erzeugten Strom zu verbrauchen, anstatt ihn ins Netz einzuspeisen.

Ein durchschnittlicher Nutzer, der seine Solaranlage auf seinen gesamten Jahresbedarf auslegt, kann etwa 40 % des erzeugten Solarstroms direkt vor Ort verbrauchen, während 60 % als Überschuss ins Netz eingespeist werden. Im vorherigen System erhielt er diesen Überschuss später kostenlos zurück, im Bruttosystem hingegen verkauft er die 60 % Überschussproduktion für nur 5 HUF/kWh und kauft später eine ähnliche Menge zu einem hohen Preis zurück. Dadurch sinkt die Rentabilität der überdimensionierten Anlage deutlich. Obwohl beispielsweise eine 5-kW-Anlage jährlich rund 6250 kWh Energie produziert (was den Verbrauch eines 4- bis 5-Personen-Haushalts decken könnte), bleibt die jährliche Stromrechnung aufgrund der Bruttoabrechnung dennoch hoch. Konkret bedeutet das: Bei einer 5-kW-Anlage werden ca. 2500 kWh direkt verbraucht und ca. 3750 kWh ins Netz eingespeist. Für die eingespeiste Energie werden ca. Sie erhalten eine Gutschrift von 18.750 HUF pro Jahr, müssen aber für ca. 3.750 kWh aus dem Netz etwa 135.000 HUF bezahlen (bei einem Durchschnittspreis von 36 HUF/kWh). Die jährlichen Stromkosten bleiben in diesem Beispiel somit bei ca. 116.000 HUF, obwohl die Anlage den gesamten Verbrauch selbst erzeugt hat. Dies führt zu einer jährlichen Ersparnis von ca. 235.000 HUF, und eine Investition von ca. 2,5 Mio. HUF würde sich in ca. 10,6 Jahren amortisieren. Es zeigt sich, dass die Bruttoabrechnung im Vergleich zur Saldoabrechnung zu einer längeren Amortisationszeit führt, insbesondere wenn die Anlage einen hohen Überschuss ins Netz einspeist.

Daraus folgt, dass bei einer Bruttoabrechnung ein System mit typischerweise geringerer Leistung für eine gute Rendite ausreichen kann, als es zum Abrechnungszeitpunkt erforderlich gewesen wäre. Beträgt der jährliche Verbrauch eines Haushalts beispielsweise 5.000 kWh, lohnt sich bei der aktuellen Abrechnung möglicherweise nur die Installation einer Solaranlage mit ca. 3–4 kW. Eine Anlage mit rund 4 kW produziert ca. 4.000–4.500 kWh pro Jahr, was den Großteil des Verbrauchs deckt, aber gleichzeitig in weniger Perioden Überschüsse ins Netz einspeist. So kann der Haushalt einen größeren Anteil des erzeugten Stroms direkt nutzen und weniger Strom „verschwenden“ (bei einem Preis von 5 HUF). Die Stromrechnung bleibt zwar etwas höher (da Strom aus dem Netz bezogen werden muss), aber die Investitionskosten sind niedriger und jede erzeugte kWh hat einen höheren Wert für den Haushalt. Die optimale Anlagengröße hängt natürlich auch von individuellen Faktoren ab: Ihrem Verbrauchsverhalten, der Verteilung der Spitzenzeiten, der Dachausrichtung und zukünftigen Erweiterungsplänen. Generell ist es jedoch nicht ratsam, ein System zu installieren, das für die Bruttoabrechnung zu groß ist, nur um einen Sommerüberschuss zu erzielen.

Praktisches Beispiel eines durchschnittlichen Haushalts

Nehmen wir als Beispiel einen durchschnittlichen ungarischen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von ca. 4500 kWh. Bei einer Bilanzabrechnung könnte dieser Verbrauch durch die Installation einer Solaranlage mit einer Leistung von ca. 4–5 kW jährlich gedeckt werden, sodass die Stromrechnung gegen null tendieren würde. Bei einer Bruttoabrechnung hingegen wird bei Installation einer Anlage gleicher Größe (z. B. 5 kW) ein erheblicher Teil der Produktion aus den bereits genannten Gründen nicht sofort genutzt. In den Sommermonaten kann die Anlage monatlich bis zu 700–800 kWh Überschuss ins Netz einspeisen, während sie im Winter weiterhin auf das Netz angewiesen ist. Der Haushalt verbraucht jährlich ca. 4500 kWh, die 5-kW-Anlage produziert ca. 5500 kWh. Die Differenz (ca. 1000 kWh) wird quasi für 5 HUF verkauft (ca. 5000 HUF Jahreseinkommen), während die fehlende Energie im Winter zum Marktpreis zugekauft wird (z. B. 1000 kWh × 36 HUF = 36.000 HUF). Aufgrund der zeitlichen Unterschiede in Produktion und Verbrauch sind zudem zusätzliche Zukäufe erforderlich: Die im Sommer ins Netz eingespeiste Energie wird nicht kostenlos für den Winter gespeichert. Dadurch sinkt die Stromrechnung des Haushalts beispielsweise von netto ca. 0 HUF auf brutto ca. 100.000 HUF pro Jahr, verschwindet aber nicht vollständig.

Installiert ein Haushalt lediglich eine 3-kW-Anlage (die ca. 3300 kWh pro Jahr produziert), fällt die Einspeisevergütung im Sommer deutlich geringer aus, da die Anlagenleistung den Eigenverbrauch selten übersteigt. Der Großteil der 3300 kWh kann selbst genutzt werden, nur ein kleiner Teil wird ins Netz eingespeist. Die jährliche Stromrechnung bleibt in diesem Fall zwar höher (ca. 1200 kWh Strom müssen weiterhin zum vollen Preis aus dem Netz bezogen werden), die Kosten der Solaranlage sind jedoch niedriger, und der erzeugte Strom ersetzt den Netzbezug fast vollständig zu einem Preis von 36 HUF/kWh. Vereinfacht gesagt: Die kleinere Anlage arbeitet effizienter für den Eigenverbrauch, während die größere Anlage einen höheren Überschuss produziert und diesen günstig einspeist. Die optimale Lösung liegt oft irgendwo dazwischen – beispielsweise eine Anlage mit ca. 4 kW –, die den Netzbezug deutlich reduziert, aber keinen unverhältnismäßig großen Überschuss erzeugt.

Es ist wichtig zu betonen, dass die optimale Anlagengröße individuell variieren kann. Sind beispielsweise tagsüber nur wenige Personen im Haushalt (der Verbrauch ist also abends und am Wochenende höher), empfiehlt sich eine kleinere Anlage. Arbeitet hingegen jemand im Homeoffice, nutzt er tagsüber eine elektrische Heizung (Wärmepumpe) und Klimaanlage oder lädt er ein Elektroauto, ist der Verbrauch tagsüber hoch, sodass sich auch eine größere Anlage lohnt. Idealerweise entspricht die Produktionskurve der Solaranlage dem täglichen Stromverbrauch des Hauses, um möglichst wenig Energieverluste zu vermeiden. Dieses Ziel lässt sich auch erreichen, indem der Haushalt einige Großverbraucher – wie Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler – zeitgesteuert während der Sonnenstunden einschaltet. So wird ein größerer Teil der erzeugten Energie direkt verbraucht und nicht ins Netz eingespeist.


Was ist bei der Planung zu beachten? – Wechselrichter, Überdimensionierung, Batterie

Auswahl des Wechselrichters und Dimensionierung des Systems

Der Wechselrichter ist das Herzstück der Solaranlage. Er wandelt den von den Solarmodulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um und speist diesen ins Hausnetz ein. Die Wechselrichterleistung muss bei der Dimensionierung der Anlage sorgfältig ausgewählt werden. Generell sollte die Nennleistung des Wechselrichters an die Gesamtleistung der installierten Solarmodule angepasst werden. Eine gewisse Überdimensionierung ist zulässig und üblich: Beispielsweise kann ein 5-kW-Wechselrichter an Solarmodule mit einer Leistung von bis zu 5,5–6 kW angeschlossen werden. Dies ermöglicht eine maximale Stromerzeugung außerhalb der Spitzenzeiten, da die Module selten gleichzeitig ihre maximale Nennleistung erreichen (z. B. bei Bewölkung oder Einfallswinkelverlust). Auch bei der Bruttoabrechnung kann eine moderate Überdimensionierung Vorteile bieten: Ist die Gesamtleistung der Module etwas höher, kann der Wechselrichter mehrere Stunden am Tag nahezu maximale Leistung erbringen, während er in Spitzenzeiten die Leistung gegebenenfalls reduziert. Die wenigen Prozent Energie, die in diesem Fall „verloren gehen“, wären jedoch wahrscheinlich ohnehin ins Netz eingespeist worden – zum Preis von nur 5 HUF/kWh. Eine angemessene Überdimensionierung der Paneele kann also dazu beitragen, den Eigenverbrauch zu steigern, ohne einen signifikanten Wertverlust zu verursachen.

Sie sollten jedoch darauf achten, die Gesamtanlage nicht deutlich überdimensionieren. Die Bruttoabrechnung verbietet zwar nicht die Installation einer größeren Kapazität, es lohnt sich jedoch finanziell nicht, Energie zu produzieren, die größtenteils günstig an den Energieversorger geht. Planen Sie daher besser mit einer Reserve für zukünftiges Verbrauchswachstum: Wenn Sie beispielsweise in einigen Jahren ein Elektroauto laden oder eine Wärmepumpe installieren möchten, können Sie entsprechend einen etwas größeren Wechselrichter und eine größere Solarmodulkapazität wählen. Bei der Auswahl eines Wechselrichters sind mittlerweile auch sogenannte Hybrid-Wechselrichter erhältlich, die sich für den Anschluss eines Batteriespeichersystems eignen. Wenn Sie später eine Batterie installieren möchten, kann sich die Wahl dieses Wechselrichtertyps lohnen, um eine spätere Erweiterung problemlos zu ermöglichen.


Die Rolle von Batterien in der Bruttoabwicklung

Batteriespeichersysteme haben mit der Einführung der Bruttoabrechnung deutlich an Wert gewonnen. Während das Stromnetz früher mit der Nettoabrechnung den im Sommer produzierten Überschuss kostenlos speicherte, kann dieser nun nur noch zu einem hohen Preis zurückgekauft werden. Die Batterie hingegen ermöglicht es, die tagsüber produzierte, aber nicht verbrauchte Energie lokal zu speichern und abends oder an bewölkten Tagen zu nutzen. Dadurch wird ein wesentlich größerer Anteil des erzeugten Stroms direkt im Haushalt verbraucht, wodurch die Eigenverbrauchsquote drastisch erhöht werden kann (auf über 80–90 %). Mit einer ausreichend dimensionierten Batterie kann das Haus nachts oder am nächsten Morgen mit dem in den sonnigen Sommerstunden erzeugten Überschussstrom versorgt werden, wodurch der Netzbezug reduziert wird. So lässt sich der Nachteil der Bruttoabrechnung abmildern, da weniger Energie für 5 HUF verkauft und für 36–70 HUF zurückgekauft werden muss.

Batterien sind derzeit jedoch teuer. Eine Batterie mit einer Kapazität von beispielsweise 10–15 kWh, die in einem Einfamilienhaus genutzt werden kann, kostet mehrere Millionen Forint und kann damit die Investitionskosten einer Solaranlage verdoppeln. Aus diesem Grund kann die Amortisationszeit lang sein: Bei den heutigen Preisen würde sich eine solche Investition allein durch die Einsparungen bei der Stromrechnung erst nach bis zu 20 Jahren amortisieren. Natürlich ändern sich die Preise ständig, und steigende Energiepreise oder neue Förderprogramme könnten die Amortisationszeit in Zukunft verkürzen. Aktuell ist es jedoch wichtig, sorgfältig abzuwägen, ob sich die Investition in eine Batterie finanziell lohnt. Aus nicht-finanzieller Sicht kann sie jedoch attraktiv sein: Sie erhöht die Energieunabhängigkeit und -sicherheit (sie dient als Notstromversorgung bei Stromausfall) und trägt außerdem dazu bei, die Nutzung erneuerbarer Energien aus ökologischer Sicht zu optimieren.

Falls Ihnen die Batterie zu teuer ist, bietet sich als Alternative an, zunächst Ihre Verbrauchsgewohnheiten so weit wie möglich an die Produktion anzupassen. Planen Sie, wie bereits erwähnt, Ihre flexibel aufschiebbaren, verbrauchsintensiven Aktivitäten in die Tagesstunden. Dies verursacht keine zusätzlichen Investitionskosten und verbessert zudem die Gesamteffizienz des Systems.


Netzeinspeisevergütungen und -bedingungen im Jahr 2025

Die Einführung der Bruttoabrechnung bringt auch einige praktische Änderungen in den Vertragsbedingungen der Stromversorger mit sich. Die Installation eines intelligenten Stromzählers ist für alle neuen Solaranlagen verpflichtend. Dieser misst separat die eingespeiste und aus dem Netz bezogene Energiemenge. Die Abrechnung erfolgt monatlich: Der Stromversorger fasst monatlich zusammen, wie viel Strom er geliefert hat (und stellt dies wie gewohnt in Rechnung) und wie viel Überschussstrom er von Ihrer Solaranlage bezogen hat (Gutschrift oder entsprechende Zuordnung). Besitzer kleiner Hausanlagen müssen bei der Umstellung auf Bruttoabrechnung einmalig eine Erklärung an den Versorger abgeben, damit ihnen die entsprechende Menge des eingespeisten Stroms gutgeschrieben werden kann. Anschließend läuft der Prozess automatisiert ab, und die Vergütung für den eingespeisten Strom wird in der Regel monatlich per Banküberweisung erstattet. Wichtig: Bei der Bruttoabrechnung ist die Systemnutzungsgebühr für jede verbrauchte Kilowattstunde zu entrichten (im Gegensatz zur Saldenabrechnung, bei der sie für die gelieferte Energie nicht anfiel).

Die Einspeisevergütung liegt derzeit bei ca. 5 HUF/kWh, wie bereits erwähnt. Es stellt sich die Frage, ob mit einer Erhöhung in naher Zukunft zu rechnen ist. Die Verordnung ermöglichte 2024 die Einführung des sogenannten marktbasierten Verkaufs: Ab Anfang 2025 haben private Solaranlagenbesitzer grundsätzlich die Möglichkeit, ihren überschüssigen Strom zum freien Marktpreis über einen Händler oder Aggregator zu verkaufen. Das bedeutet, dass sie nicht mehr die feste Vergütung von 5 HUF erhalten, sondern eine Vergütung, die sich dem aktuellen Marktpreis für Strom annähert. In der Praxis erfordert dies eine entsprechende IT- und Vertragsinfrastruktur: Energiehandelsunternehmen, die bereit sind, erneuerbaren Strom von privaten Erzeugern zu einem besseren Preis abzunehmen. Laut Nachrichtenberichten sollen die technischen Voraussetzungen dafür bald gegeben sein, das System wird jedoch Zeit zum Reifen benötigen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass sich die Situation in den kommenden Jahren aufgrund des Marktdrucks und des Engagements von Solargemeinschaften verbessert und Solaranlagenbesitzer eine günstigere Vergütung als 5 HUF für ihren erzeugten Strom erhalten. Auch Berufsverbände (z. B. der Ungarische Solarkollektorverband) fordern die Einführung einer gerechteren und höheren Einspeisevergütung, da dies die Wirtschaftlichkeit der Systeme und den Investitionsanreiz deutlich verbessern würde.

Weitere Netzbedingungen sollten ebenfalls beachtet werden. Ende 2022 wurde die Einspeisung von Strom aus neuen Solaranlagen in bestimmten Gebieten aufgrund von Netzkapazitätsproblemen vorübergehend eingeschränkt. Seit Herbst 2023 hat die Regierung das Einspeiseverbot jedoch schrittweise aufgehoben, sofern die Netzkapazität dies zulässt. Ab 2025 wird es in den meisten Teilen Ungarns erlaubt sein, den Überschuss neu installierter Solaranlagen ins Netz einzuspeisen. Es empfiehlt sich jedoch, sich vorab beim Netzbetreiber über die lokalen Gegebenheiten zu informieren. Das Verfahren zur Erlangung der Netzanschlussgenehmigung bei Bruttoabrechnung ist ähnlich wie zuvor beschrieben. Der Unterschied besteht darin, dass die Abrechnungsmethode vertraglich als Bruttoabrechnung festgelegt ist und bei Inbetriebnahme ein Zweiwege-Zähler (intelligenter Zähler) installiert werden muss.


Zusammenfassung

Lohnt sich die Installation von Solaranlagen bei Bruttoabrechnung noch? Die Antwort lautet eindeutig ja – allerdings muss die Anlage sorgfältiger geplant werden als bei Nettoabrechnung. Investitionen in Solaranlagen senken weiterhin die Stromkosten und schützen vor zukünftigen Energiepreissteigerungen; lediglich der Amortisationsmechanismus hat sich geändert. Die Einführung der Bruttoabrechnung verlängert die Amortisationszeit geringfügig, da die Vergütung für die ins Netz eingespeisten Kilowattstunden deutlich niedriger ist als der Preis für die gekauften. Dies lässt sich jedoch durch eine kluge Dimensionierung und einen effizienten Betrieb der Anlage ausgleichen: Die Maximierung des Eigenverbrauchs ist hierbei entscheidend. Es kann sich lohnen, eine kleinere Anlage zu installieren oder den Verbrauch zu erhöhen (z. B. durch elektrische Heizung, Warmwasserspeicher oder Elektroauto), um möglichst viel der erzeugten Energie selbst zu nutzen. Bei Bedarf kann die Selbstversorgung durch den nachträglichen Einbau eines Batteriespeichers weiter verbessert werden. Zudem ist zu beachten, dass sich die Rahmenbedingungen ändern: Zukünftig könnten günstigere Einspeisevergütungen oder neue Förderprogramme eingeführt werden, die Solaranlagen noch attraktiver machen.

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